Kategorie: Allgemeines

Im Nachgang zum Konferenzthema Umwelt in Madrid

Im Nachgang zum Konferenzthema Umwelt in Madrid

Ein Beitrag von Andreas Herrmann

Don Quijote und seine Umweltfreunde

Beim Aktivistenkongress der Europäischen Sozialisten (SPE) am Wochenende in Madrid ging es auch um die Erneuerbaren.

Schon seit die Romanfigur Don Quijote einst ihren Kampf gegen die Windmühlen und damit gegen eine Lärm machende Maschinerie aufnahm, scheint die Kontroverse Umwelt und Klima in Spanien irgendwo angekommen, könnte man meinen. Und natürlich – das Spektrum der Kämpfer für die gute Sache klarer Luft und sauberen Wassers hat sich seit den Zeiten des Dichters Miguel de Cervantes erheblich erweitert.

Spaniens Sozialisten (PSOE) versammelten sich so am vergangenen Wochenende in Madrid zusammen mit Vertretern sozialdemokratischer Parteien aus ganz Europa, die gemeinsam in der Sozialistischen Partei Europas (SPE) verbunden sind, um das Thema wieder einmal mit voller Kraft zu diskutieren. Auch wenn das Treffen von den Terror-Ereignissen am Freitag überschattet war und vorzeitig am Sonnabend abgebrochen wurde, waren die Ziele der nahenden UN-Klimakonferenz in Paris heiß diskutierte Materie.

Anfang Dezember soll eine neue internationale Klimaschutz -Vereinbarung in Nachfolge des Kyoto-Protokolls verabschiedet werden. Zentrale Punkte sind dabei auch das Weiterkommen bei den Klimaschutz-Zusagen, eine Gleichbehandlung von Klimaschutz und Klimaanpassung im System des Pariser Vertrags, der weitere Ausbau des Green Climate Fund sowie Transparenz bezüglich der Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen.

In Spanien selbst, so die auf der SPE-Konferenz anwesenden PSOE-Vertreter, verderben aktuell vor allem Verschmutzungen in durch Bauvorhaben bedrohten Ökosystemen das politische Klima. Der Tourismus schafft als einer der wichtigsten Wirtschaftszweige zwar Arbeitsplätze, zerstört jedoch gleichzeitig die Natur – vor allem durch den enormen Flächenbedarf und die hohen Emissionen, die durch Flugzeuge, Fahrzeuge oder Schiffe entstehen und zur Zerstörung der Ozonschicht und zur Klimaerwärmung beitragen.

In der Region Pamplona, einem wichtigen VW-Standort in Spanien, macht man sich große Sorgen, weil nicht bekannt ist, ob das deutsche Unternehmen wegen der Umweltstandards dort überhaupt weiter investieren wird.

Wechsel der Energiemodelle

Vor allem die europabegeisterten Sozialisten in allen EU-Ländern und darüber hinaus müssten noch mehr Teil einer gesamteuropäischen Lösung sein, forderte daher Pilar Lucio, bei der PSOE für Klimawandel und Nachhaltigkeit zuständig. Man brauche einen Wechsel der Energiemodelle. Spanien selbst habe viele Ressourcen in Richtung Biomasse und man wolle Nuklearkraftwerke einschränken sowie das Fracking abschaffen.

Aber es gebe auf der politischen Ebene noch zu wenig Vorschläge dafür. Gleichzeitig sei aus globaler Sicht nicht zu vertreten, dass man in Europa gegen den Kohlendioxid-Ausstoß kämpfe, gleichzeitig aber kohlendioxidintensive Technologien in Entwicklungsländer exportiere. In Europa gebe es starke Gesetze dagegen. Umwelt sei aber global. „Woanders herrscht Armut und man ist da nicht in der Lage, Klimaschutz zu gewährleisten“, so die PSOE-Expertin.

Das Umweltthema müsse Teil der DNA der Partei werden, sagte sie weiter. Dazu brauche man vor allem die Zivilgesellschaft, wie Zefi Dimadama von den griechischen Sozialisten hervorhob. Die PASOK-Vertreterin, die gleichzeitig Vizepräsidentin der SPE-Frauenorganisation ist, verwies in diesem Zusammenhang auch auf rund 2,8 Millionen neue Jobs im Sektor der erneuerbaren Energien, die laut OECD entstehen könnten. Ebenfalls brauche man ein europäisches Gesetz für den Klimawandel.

Mahnungen aus der Zivilgesellschaft

Beim SPE-Aktivistentreffen in Madrid forderten die Parteimitglieder ihre Abgeordneten auf, sich verstärkt den Problemen des Klimawandels zu widmen und vor allem Lösungen anzubieten. Angst vor unregulierter Globalisierung in Irland durch TTIP, Sorge um den Schutz des Wassers als öffentliches Gut in Griechenland oder die Überflutung der Marshall-Inseln als Katastrophenszenario für andere Erdteile – das sind nur einige Beispiele für solche Anliegen.

Mit viel Zustimmung aufgenommen wurde dabei ein deutscher Redebeitrag von Reinhard Jungmann von EUROSOLAR. Unter dem Motto „100 Prozent Erneuerbare jetzt“ kämpft diese – einst vom SPD-Klimaprotagonisten Hermann Scheer gegründete Organisation – für die konkrete Energiewende und das inzwischen mit Strukturen in 12 europäischen Ländern.

 

SPE Aktivistentreffen in Madrid

SPE Aktivistentreffen in Madrid

Activistsforum Madrid 2015
Activistsforum Madrid 2015

Am 15. November 2015 trafen sich zahlreiche SPE-Activists aus ganz Europa zu einem Forumwochenende in Madrid.

Auf dem Programm standen das Thema Klimaveränderung als Hauptkonferenzbeitrag sowie Workshops unter anderem zu Neoliberalismus, Jugendarbeitslosigkeit, LGBT sowie Outdoor Aktivitäten – Tür-zu-Tür, Beer & Politics. IMG_8038

Überschattet wurde dieses Wochenende von den Anschlägen in Paris

IMG_8086

 

Europäer verzichten auf Kampfkandidatur

Europäer verzichten auf Kampfkandidatur

von Andreas Herrmann

PES Congress BudaPESt
PES Congress BudaPESt

Nach dem Kongress der Sozialdemokratischen Partei Europas bleibt der Bulgare Stanishev Präsident. Barón Crespo gibt auf.

Mit einer ausgefallenen Überraschung endete am Sonnabend in Budapest der Kongress der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE). Beim Kampf um den Vorsitz bei der SPE fiel die erwartete Kampfkandidatur zwischen dem bulgarischen Amtsinhaber Sergei Stanishev (BSP) und seinem spanischen Herausforderer Enrique Barón Crespo (PSOE) aus.

Während es noch Stunden vor der Abstimmung bei den Delegierten der sozialdemokratischen und sozialistischen Parteien aus über 30 Ländern Europas intensive Diskussionen zu beiden Personalien gegeben hatte, zog Crespo seine Kandidatur nach einer eindrucksvollen Rede überraschend zurück.

Beobachter in Budapest werten das als Ausdruck der Unsicherheit in den Reihen der spanischen Sozialisten, die nach ihrem Debakel zu den Europawahlen 2014 mit Pedro Sánchez gerade einen neuen Hoffnungsträger aufbauen. Eine Stimmniederlage für Enrique Barón Crespo gegen den Bulgaren Stanishev hätte das neue Image als europäische Sozialpartei, das sich die PSOE im Moment zu geben versucht, empfindlich beschädigt.

Im Wahlgang stimmten von den 419 Delegierten aus der sozialistischen Parteienfamilie dann 69, 9 Prozent für Stanishev, 16, 5 Prozent mit „nein“ gegen ihn. 13, 3 Prozent enthielten sich bei einigen ungültigen Stimmen.

Davor hatte Crespo als früherer Präsident des Europäischen Parlaments vor allem an das Gemeinschaftsgefühl aller Europäer appelliert, das mit dem Vertrag von Maastricht neue Impulse bekommen habe, die jedoch immer weiter fortgesetzt werden müssten.

Bei der Diskussion um weltweiten Fortschritt solle man aktuell nicht nur mit den USA, sondern genauso mit China und den Schwellenländern reden sowie die Doha-Runde fortsetzen. Europas Sozialisten müssten schon jetzt im Hinblick auf die Europawahl 2019 eine Führungsrolle übernehmen und sich vor allem von der Europäischen Volkspartei (EVP) abgrenzen.

Mit den Worten, dass er immer ein Mann der Taten gewesen sei, erklärte er danach den Verzicht auf seine Kandidatur zugunsten des ehemaligen bulgarischen Ministerpräsidenten Stanishev, der die SPE seit 2011 als Nachfolger des Norwegers Poul Nyrup Rasmussen führt.

Vor Stanishev, der an der Moskauer Lomonossow- Universität studierte und von 2005 bis 2009 bulgarischer Ministerpräsident war, steht nun die Aufgabe die SPE als breite soziale Kraft wirklich voranzubringen. „Ich fühle mich geehrt und weiß, dass harte Arbeit vor mir steht, damit Sozialismus und Sozialdemokratie in Europa wachsen können. Wir wollen Europa wirklich ändern“, sagte er nach seiner Wahl zum SPE-Vorsitzenden.

Er glaube, dass die SPE nur dann erfolgreich sein könne, wenn sie sich daran erinnere, dass es ihr Ziel sei, die Welt zum Besseren zu verändern. Ein würdiges Leben für jeden Einzelnen und eine faire und kohärente Gesellschaft, das seien seine Visionen. Mit diesem Vertrauen gehe er auch an die nächsten Europawahlen im Jahr 2019.

Die Tage vor der Kandidatur, als noch der Name des engagierten Gegners der Franco-Diktatur, Enrique Barón Crespo im Raum stand, seien für ihn besonderer Anlass gewesen sich und sein politisches Handeln zu prüfen. Er wolle deshalb noch mehr an einem sozialen Europa arbeiten. Es könne nicht sein, dass einige EU-Staaten angeblich zu arm sind, um sich eine gute Sozialpolitik zu leisten. Nach dem 2. Weltkrieg wäre das auch gegangen.

Stanishev will nun besonders gegen Arbeitslosigkeit, antieuropäische Tendenzen und Steuervermeidung kämpfen. Dabei sei die SPE keine Brüsseler Partei, sondern Kern einer europäischen Allianz, die sich für soziale Belange einsetze.

Deutsche SPE-Aktivisten eher für den Spanier

Die deutschen Aktivisten in der SPE – eine Art europäische Basisbewegung innerhalb der SPD – hatten sich vorher eher für den Spanier ausgesprochen und versucht die deutschen Delegierten in einem Brief dementsprechend einzustimmen. Crespo stehe ihrer Meinung nach besser für einen föderalen und sozialen Weg der EU. Man wolle ein Europa, das vorbildhaft sei und seine Politik am Maßstab der europäischen Grundrechtecharta orientiere.

Dies bedeute konkret auch, dass man sich für eine gemeinsame Flüchtlingspolitik mit Quoten einsetzen wolle, die allen Hilfesuchenden die Chance gebe, sich ein besseres Leben in Europa zu schaffen. Außerdem stehe man klar gegen die Korruption in Ost- und Westeuropa. Neue Ideen, neuer Mut, klare Worte für ein föderales Projekt, für ein exemplarisches Europa, das sei es, was europäische Sozialdemokraten von ihrem neuen SPE Präsidenten erwarten.

Leider habe die SPE unter der Führung von Sergei Stanishev diese Rolle nicht gespielt und sich immer von den Interessen der Mitgliedstaaten beeinflussen lassen. Barón Crespo sei ein überzeugter Föderalist und bekannt dafür, die Interessen der Bürgerinnen und Bürger vor die Interessen der Mitgliedsstaaten zu stellen, so Gabriel Richard-Molard, Sprecher der deutschen SPE-Aktivisten.

IMG_2985

9. Mai 2015 – Europatag!!

9. Mai 2015 – Europatag!!

Alles will gut vorbereitet sein
Alles will gut vorbereitet sein

Die S&D Fraktion erklärte Ende April, nachdem eine überwältigende Mehrheit des Europäischen Parlaments eine gemeinsame Entschließung zur humanitären Krise im Zusammenhang mit der Migration im Mittelmeer angenommen hatte:

„Heute hat das Europäische Parlament diese Resolution mit überwältigender Mehrheit angenommen und gezeigt, dass es viel weiter ist als einige egoistische Regierungen in der EU. Diese von unserer Fraktion angestrebte Entschließung geht über die politischen Meinungsverschiedenheiten hinaus, weil sie sich auf die gemeinsame Notwendigkeit konzentriert, sich der Einwanderungsfrage mit einem wirklich ganzheitlichen und europäischen Ansatz zu stellen. Das Europäische Parlament hat den Weg für die nächste Migrationsagenda der Kommission gewiesen.

Das Europaparlament fordert den nächsten EU-Rat und die Kommission in erster Linie auf, eine verbindliche Quote für die Verteilung der Asylsuchenden einzuführen. Es ist nicht fair, dass nur fünf Mitgliedsstaaten 80% der Asylansuchen behandeln.

Wir fordern die EU außerdem auf, einen verbindlichen Solidaritätsmechanismus einzurichten und dringen die Mitgliedsstaaten, größere Beiträge für die bestehenden Neuansiedlungsprogramme zu leisten – vor allem jene Staaten, die bisher gar nichts beigetragen haben.“

PES Citygroup Kreta
PES Citygroup Kreta

Wir denken, dass etwas mehr Eile geboten ist. Wir vertrauen zwar auf das Europäische Parlament und unterstützen die Forderung der S&D Fraktion, aber möchten mit unserem gemeinsamen Projekt #we_are_all_immigrants und dieser Aktion mit den Citygroups Kreta, Salamanca, Rom und Stockholm erreichen, dass sich die EU endlich ihrer Verantwortung für die Lage auf dem Mittelmeer stellt und die Situation der Flüchtlinge in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten nachhaltig verbessert.

 

#we_are_all_immigrants
#we_are_all_immigrants
1. Mai 2015

1. Mai 2015

Wir beim 1.Mai
Wir beim 1. Mai

Gemeinsam mit der SPD Berlin und dem Europabüro Berlin von Sylvia-Yvonne Kaufmann bei der Demonstration zum 1. Mai auf dem Weg zur Kundgebung des DGB am Brandenburger Tor

 

#we_are_all_immigrants

#we_are_all_immigrants

Am vergangenen Wochenende fand unser Workshop zu drei Hauptpunkten statt. Zum einen haben wir über das Papier der Leipziger SPE Citygroup „Manifest der Europäer in der SPD“ beraten und zum anderen das gemeinsame Projekt mit drei anderen europäischen Citygroups (Salamanca, Kreta, Rom) angeschoben. Das Video gibt einen ersten Eindruck. Den Abschluss bildete die Jahresplanung.

Der neue Vorstand

Der neue Vorstand

Die Wahlen sind zwar schon etwas länger her, aber dennoch wollen wir nicht missen ein Bild nachzureichen.

von links nach rechts: Fabian, Elif, Emilie, Karin, Johannes, Hagen, Ina, Viola
von links nach rechts: Fabian, Elif, Emilie, Karin, Johannes, Hagen, Ina, Viola
#schulzmobile oder „Das Manifesto-Experiment“

#schulzmobile oder „Das Manifesto-Experiment“

schulzmobile
#schulzmobile

 

Es begann mit einer Idee, die zeigen sollte wie schwierig es ist von einem Ort zum anderen zu kommen und dennoch deutlich machen sollte, dass wir alle miteinander verbunden sind – Europäer eben!

Wir brachen einfach auf, trugen das PES Manifesto mit uns, das erst kürzlich in Rom verabschiedet wurde und reisten durch Europa. Lissabon, Madrid, durchquerten Frankreich, erreichten Venetien, weiter vorwärts nach Wien, Linz, Zagreb, Ljubljana, Athen, Sofia, Bukarest, Budapest, kreuzten Slowenien auf dem Weg nach Berlin. Weiter nach Brüssel, Paris und zurueck nach Lissabon über Madrid. Wir, das sind vier SPE Aktivisten aus drei Ländern; Portugal, Deutschland und Ungarn. Gemeinsam sammelten wir Unterschriften der MEP’s oder Kandidaten fürs EP aus den einzelnen Ländern unter dem Manifesto und machten mit beim Wahlkampf für Martin Schulz, den ersten gemeinsamen europäischen Kandidaten für das Amt des Kommissionspräsidenten. Innerhalb von drei Wochen machten wir deutlich wir sehr wir alle in Europa in zweierlei Hinsicht (und darüber hinaus) verbunden sind, trotz der zum Teil schlechten Verkehrsnetze (hier besteht ebenso Handlungsbedarf), sitzen wir doch in Sachen Jugendarbeitslosigkeit im selben Boot.

Das Netzwerk der SPE Aktivisten erwies sich bei diesem Trip als extrem hilfreich. Wir teilen dieselben Sorgen ebenso wie die Motivation zur Veränderung, den Spirit, den Mut zum Fortschritt – gemeinsam für ein neues Europa.

Mehr Einzelheiten findet ihr auf Twitter zum Hashtag #schulzmobile oder auf facebook.

#inthenameofthemanifesto
#inthenameofthemanifesto
„Knock the Vote III“

„Knock the Vote III“

#knockthevote III
#knockthevote III

 

Anfang Februar kamen wir noch einmal in Brüssel zur Nachbereitung der letzten Treffen zusammen. Wir alle, gemeinsam für Martin Schulz, in ganz Europa!! Hier noch ein link zur begleitenden Dokumentation von euronews über #knockthevote und Martin Schulz als Kandidat für das Amt des Kommissionspräsidenten:  http://euronews.com/2014/03/03/schulz-wins-one-horse-race-to-become-socialist-choice-for-top-eu-job/